Eigentlich will ich diesen Artikel schon seit einer Ewigkeit schreiben, aber ich war wohl immer zu faul. Das kommt Ihnen bekannt vor? Dann sind Sie also auch kein Fan von Pipcount und Co? Anstatt gar keinen Pipcount zu machen, könnten Sie mal versuchen Halbwürfe zu zählen:

Position 1: Einteilung in Sektoren nach Halbwürfen
Wir nehmen an, dass der Spieler, der als Erster seine Steine im Heimfeld versammelt hat, anschließend das Rennen gewinnen wird. Diese Annahme wird dann falsch, wenn die Verteilung der Steine im Heimfeld bei den Spielern sehr unterschiedlich ist. Bei langen (und das sind die anstrengenden) Pipcounts ist das aber noch nicht absehbar und spielt darum keine Rolle.
Nun brauchen wir nur noch zählen, wie viele Würfe jede Partei braucht um alle Steine ins Heimfeld zu ziehen. Ein Beispiel
Position 2
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Pip counts: Weiß 172, Schwarz 153
Position ID: sGcwhiHg25gBIg Match ID: cAkAAAAAAAAA
Schwarz hat 4 Steine im 1/2-Sektor, 4 Steine im 1-Sektor und jeweils einen Stein im 2- und 2 1/2-Sektor. Schwarz benötigt also noch 10 1/2 Würfe für den Heimweg. Weiß hat 2 Steine im 1/2-Sektor, 2 Steine im 1-Sektor, 2 Steine im 1 1/2-Sektor, 2 im 2-Sektor und einen im 2 1/2-Sektor. Weiß benötigt also 12 1/2 Würfe und ist damit zwei Würfe hinten.
Diese Information kann sehr interessant sein z.B. wenn Sie gegen ein Haltespiel doppeln wollen. Als Daumenregel sollten Sie dazu 3 Würfe vorn liegen.
Ist der Kontakt bereits gelöst, sollten Sie in einem langen Rennen mit einem Vorsprung von mehr als 2 Würfen über eine Verdopplung nachdenken.
Oft reicht das Abschätzen des Rennens über Halbwürfe bereits aus um festzustellen, dass sich ein ausführlicher Pipcount nicht lohnt, etweder weil das Rennen noch zu knapp oder bereits zu deutlich ist.
Douglas Zare hat diese Methode, die Ted Barr schon 1981 in seinem Buch "Barr On Backgammon"* beschrieb, weiter entwickelt um eine noch präzisere Abschätzung zu bekommen**. Leider bin ich zu faul den Artikel zu lesen
* Ted Barr: Barr On Backgammon, A Collection of The Seattle Times Backgammon Columns. The Writing Works, Seattle, 1981, S. 78f.
** Douglas Zare: The Half-Crossover Pipcount, gammonVillage, 14. Juni 2000. (Um den Artikel lesen zu können, ist eine kostenpflichtige Mitgliedschaft notwendig, die es hier zu erstehen gibt.)





























Sehr schöne Erklärung!
Ich bin zwar für jegliche Art von Pip/Crossover-Count zu faul, aber vielleicht werde ich mal bei Gelegenheit auf diesen Eintrag verweisen
Gruß,
Jens