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Archive for the ‘GnuBG’ Category

Man kann es nicht anders sagen: Computer spielen heutzutage ganz passabel Backgammon – um nicht zu sagen „perfekt“. Perfekt spielen sie aber nur gegen einen perfekten Gegner. Der armselige Mensch hat die Schwäche Fehler zu machen. Der armselige Mensch hat aber auch die Stärke die Schwächen des noch armseligeren Menschen für sich nutzen zu können. Dazu als Beispiel eine viel diskutierte Position aus dem Match zweier ganz und gar nicht armseliger Menschen, dem Weltmeisterschaftsfinale von 2009. Am Brett der Weltmeister von 2008, Lars „Trabbi“ Trabolt aus Dänemark, und der amtierende Weltmeister, Masayuki „Mochy“ Mochizuki aus Japan:

Der Spielstand ist: Lars Trabolt 14, Masayuki Mochizuki 21 (Match auf 25 Punkte)

Mochy (Schwarz) am Wurf. Doppleraktion?

+-24-23-22-21-20-19-+---+-18-17-16-15-14-13-+
|  '  ' 2X 1X 2O 3X |   | 2X 2X  '  '  ' 3O |
|                   | 1X|                   |
|                   | 1 |                   |
| 2O  ' 1O 1X  ' 3O |   | 1O 3O  '  '  ' 3X |
+--1--2--3--4--5--6-+---+--7--8--9-10-11-12-+

Pipcounts: Lars Trabolt 143, Masayuki Mochizuki 133
Position ID: LLfBAUIT18EBAw Match ID: cAkgA+AAqAAA

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Schneewittchen aka Snowie kommt langsam in die Jahre. Die Entwicklung ist auf Eis gelegt. (Ob es ein giftiger Appel war?) Na jedenfalls haben einige der Zwerge dadurch Aufwind bekommen: Frank Berger stellte im Herbst das neue neuronale Netz TachiAI III vor. Nun dringt Gnubg mit neuer Funktionalität in einen Bereich vor, der bisher ausschließlich Snowie Territorium war: automatisierte Rollouts. Positionen lassen sich im Handumdrehen markieren, um dann peu à peu von Gnubg ausgerollt zu werden.

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Vorne GUI hinten hui: Bei Gnubg lohnt sich ab und zu ein Blick unter die Motorhaube, denn nicht alle implementierten Funktionen lassen sich über die Grafische Oberfläche erreichen. Ein nettes Feature, das man nur über die Kommandozeile anschalten kann, ist z.B. das Rollout Log.

Wenn man bei der Matchanalyse feststellt, dass man irgendwo noch Schwierigkeiten mit dem Game Plan hat, ist es sinnvoll sich die entsprechende Position und mögliche Verläufe von Gnubg vorspielen zu lassen. Leider ist es sehr mühsam die Stellung immer wieder neu zu importieren und das Spiel von dort zu starten (ein Punkt, der bei BGBlitz besser gelöst ist). Stattdessen kann man aber ein Rollout von der Position machen und alle während dem Rollout gespielten Partien automatisch als *.sgf Datei speichern lassen.

Öffnen Sie das Commands-Fenster über den Menüpunkt Ansicht. Geben Sie in das Kommando Textfeld den Befehl "set rollout log on" ein. Anschließend geben Sie den Befehl "set rollout logfile filename" ein, wobei "filename" ein beliebiger Bezeichner ist, der vom Programm mit einem Index und der Extension *.sgf versehen wird. Jetzt noch das Rollout starten und schwupps füllt sich Ihre Festplatte mit Partien, die alle bei der ursprünglichen Position beginnen. Mehr als genug Material zum studieren.

Auf diese Art und Weise lässt sich auch bei zweifelhaften Rollout Ergebnissen überprüfen, ob Gnubg die Position richtig spielt!

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Legen Sie sich schon mal den Besteckkasten zurecht: Jetzt wird seziert! In „Debugging Backgammon“ haben wir gesehen, wie man eine Position zerpflückt. Nun ist es Zeit ein ganzes Match in seine Bestandteile zu zerlegen.

Der übliche Verlauf einer Matchanalyse ist: Match Datei importieren, vom Programm analysieren lassen, Fehlerrate anschauen, schlimmsten Blunder anschauen, mit der flachen Hand gegen die Stirn schlagen und nächstes Match beginnen. Ich möchte hier einen effektiveren Weg vorstellen.

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Während im Schach die ELO Zahl das Maß aller Dinge ist, geht es im Backgammon darum dauerhaft eine möglichst niedrige Snowie Fehlerrate zu spielen. Ein Anfänger blundert sich in der Regel zu einem Wert zwischen 15 und 20. Ein Amateur wird im Schnitt einstellig spielen. Für Monte Carlo sollte die Snowie Rate unter 5 liegen. Die absoluten Error Rate Superstars bringen es auf eine 2,5. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Wert? Wie berechnet man die Fehlerrate?

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Wie viel Sex gehört in ein Backgammon Buch? Ob Mike Corbetts Histörchen in „Backgammon Problems“* gefallen oder nicht, ist wohl dem Gusto des einsamen Lesers überlassen. Lerntheoretisch sind sie sicher hilfreich, denn sie verbinden abstakten Stoff mit konkreten Bildern und machen die Inhalte besser merkbar.

Zum Backgammon: Mike Corbetts Buch ist eine ausgedehnte Lehrstunde… für Snowie. In jeder Position des Buches kommt Snowie in seiner 3-Ply Evaluation zu einer falschen Bewertung der besten Züge. Anschließend werden die Konzepte erläutert, die man benötigt um den besten Zug, der mit Hilfe eines Rollouts verifiziert wurde, zu finden. Manche Positionen sind für den fortgeschrittenen Spieler sehr einfach zu durchschauen, andere sind für Mensch und Maschine gleichermaßen schwierig zu analysieren. Das Prinzip ist erfrischend, weil Lehrer und Schüler einmal die Rollen tauschen.

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Sie ist Teil jedes Western Films: Die kritische halbe Sekunde, die der Gute schneller ziehen muss, um dem feigen Gegenüber, dessen Hand natürlich als erste zum Holster schnellt, zuvorzukommen und ihm eine Kugel zwischen die Rippen zu jagen. Sieger ist, wer zuletzt zieht und zuerst trifft. Es ist klar worum es geht: Die Reaktionszeit!

Weniger klar dürfte sein, was die Reaktionszeit mit dem Backgammon zu tun hat!? Nun, die Reaktionszeit ist eigentlich die Zeit zwischen Reiz und Reaktion. Man stelle sich vor, Iwan Pawlow hätte seinem Hund Futter gegeben und eine halbe Stunde später die Glocke läuten lassen. Hätte dieser dabei etwas gelernt? Nein! Damit das Gehirn Reiz und Reaktion miteinander verbindet, sollte nur etwa eine halbe Sekunde dazwischen liegen*.

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